Über Touristen und die “Lille Havfrue 2.0“

oder wie man neun Hafentage in Kopenhagen rumkriegt.

Kopenhagen / 07.-16.09.2017: Paula hatte ja schon im letzten Beitrag angekündigt, dass unser Aufenthalt in Dänemarks Hauptstadt etwas länger als geplant dauern könnte. Und genauso ist es nun gekommen. Seit Donnerstag letzter Woche liegen wir nun in der Wilders-Plads-Marina in Christianshavn. Wir hatten einfach keine Lust und ja auch keine Not, uns gegen den Südwind voran zu kämpfen. Und es gibt ja nun wirklich schlechtere Plätze für ein paar Tage richtigen Urlaub. Kopenhagen ist eine sehr lebendige und trotzdem entspannte Stadt mit besonderem Charme. Große Teile des Stadtzentrums sind von Kanälen durchzogen, deren Ufer mit allen Arten von Wasserfahrzeugen gesäumt sind. Normale Segel- und Motoryachten, Traditionsboote genannte Oldtimer und Hausboote liegen neben kleinen schwimmenden Kneipenflößen, Ruderbooten und auch einigen ziemlich abgewrackten Kähnen. Und dazwischen liegt LUCCA. Von den stürmischen Winden dieser Woche war hier am Liegeplatz inmitten der Innenstadt fast nichts zu spüren.

Die Tage haben wir – natürlich nach gründlichem Ausschlafen – mit etwas Sightseeing verbracht, z.B. bei einer richtigen Touristen-Kanalfahrt auf einem der Hopp-On-Hopp-Off-Boote. Marco hat auch mehrere Anläufe genommen, den wegen der außenliegenden Wendeltreppe sehr markanten Turm der Erlöserkirche zu besteigen. Aber mal hat ihm das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht, mal war die Besucherschlange einfach zu lang. Wenn heute nicht noch ein Wunder geschieht, wird es wohl bei den Versuchen bleiben. Dafür waren wir im Botanischen Garten, im großen königlichen Stadtpark und einen Besuch in den Markthallen haben wir uns auch nicht nehmen lassen. Dort kommt beim Anblick des riesigen Angebots an Meeresgetier vor allem Paula ins Schwärmen und in Kochlaune. Während Marco diesen Beitrag tippt, ist Paula schon wieder auf dem Weg dorthin, um frischen Oktopus oder ein ähnliches Tintenfischdingens zu kaufen, welches heute vermutlich von Paula wieder richtig dolle verprügelt wird. Sie sagt, das sei notwendig, um die Eiweißketten zu brechen. Andernfalls würde das Tier furchtbar zäh werden. Ich glaube aber, dass sie damit irgendeine geheime Aggression abbauen will ;-). Wie dem auch sei, jedenfalls kommt das Krakenteil danach im Stück für ca. 30 Minuten in kochendes Wasser, um abschließend mit reichlich Öl und Knoblauch noch etwas in der Pfanne zu braten. Das Ergebnis ist auf jeden Fall lecker und in Ribnitz kommt man ja eher schwer an solch exotische Meeresbewohner.

Marco hat derweil beim Anblick der …zig Kanalboote mit hunderten, wenn nicht noch mehr Touristen, die jeden Tag von morgens bis abends an LUCCA`s Heck vorbei fahren, eine neue Geschäftsidee entwickelt. Die Hauptaufgabe kommt dabei allerdings wieder Paula zu, denn Marco glaubt, dass Kopenhagen sehr gut eine zweite “Kleine Meerjungfrau“ vertragen könnte. Das Original ist ja schon ziemlich alt und auch etwas abseits gelegen. Und Paula hat todsicher das Potential, als “Ny lille Havfrue“ eine Touristenattraktion der Spitzenklasse zu werden. LUCCA`s Plicht wäre – etwas aufgemotzt – die ideale Plattform. Selbst Marco hat ja gestern schon ziemlich großen Beifall von einem der Touri-Kutter bekommen, als er sich mit freiem Oberkörper vom Duschen kommend nur kurz an Bord zeigte. Wenn Paula sich nun also wenigsten ein paar Stunden täglich barbusig in typischer Meerjungfrauenposition präsentieren würde, müssten wir uns nur noch Gedanken darüber machen, wie wir die vielen, vielen Münzen, die uns von den vorbeifahrenden Booten herüber geworfen werden würden, am besten auffangen könnten. Marco schwebt da ein feinmaschiges großes Netz am Heck vor. Das wäre kaum zu verfehlen und müsste nur hin und wieder geleert werden. Und wenn sich dieses neue Highlight der Kanaltouren erst ein wenig unter den Schiffskapitänen herumgesprochen hat, werden diese ihre Passagiere bestimmt entsprechend vorbereiten, damit das Kleingeld auch zum richtigen Zeitpunkt parat ist. Naja, wir feilen da noch etwas dran und Marco muss mit Paula auch noch die Arbeitszeit, die Urlaubstage und natürlich auch die Krankenversicherung verhandeln. Aber das wird schon und vielleicht lohnt sich dann im kommenden Jahr mal wieder ein Kopenhagen-Besuch doppelt.

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In unserem heimatlichen Segelclub findet an diesem Wochenende die traditionelle Herbstregatta statt. Hierfür wünschen wir allen Teilnehmern viel Erfolg. Gern wären wir zur abendlichen Grillparty wieder zu Hause aufgeschlagen. Aber der Wind hatte einen anderen Plan mit uns. Nach heutigem Wetterbericht werden wir nun wohl am Mittwochnachmittag am heimatlichen Steg ankommen. Und, passend zu unserer sehr schönen Verabschiedung vor drei Monaten, würden wir uns natürlich sehr freuen, wenn jemand Zeit hätte, LUCCA`s Festmacher anzunehmen oder der Eine oder Andere mit uns zusammen am Abend bei einem kleinen Willkommensdrink den Meeresgöttern für eine superschöne und unvergessliche Reise und eine hoffentlich glückliche Heimkehr zu danken.

Wir versuchen, kurz vorher nochmals von uns hören bzw. lesen zu lassen und verbleiben ansonsten – wie immer – mit Handbreit.

Paula & Marco

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