Abwettern, Aussitzen und Ausschlafen

Irrelevanz der Zeiten und die geballte Ungnade von Neptun und Rasmus.

Torekov/Helsingør/Kopenhagen. Wir hätten es besser wissen müssen und statt uns über die noch gut sortierten Getränkevorräte an Bord zu freuen, hätten wir den Meeresgöttern mit einem gelegentlichen Schluck unseren Tribut zollen sollen. Doch das haben wir irgendwie versäumt und bekommen nun unsere Quittung: sozusagen Zeitverschiebung in gleich mehreren Dimensionen. Und so wechseln momentan die Jahreszeiten, es verlängern sich die Liegezeiten und auch das Technikzeitalter ist nicht mehr dasselbe. Mit zunehmender und vor allem an einigen Tagen sehr hoher Luftfeuchtigkeit steigt auch der Verlust unserer Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik. Nach einer teilweisen Selbstheilung von Marco’s unter Wasser gesetztem Smartphone vor einem Monat, hat sich spontan der allseits-bereite MP3-Player als erstes verabschiedet. Zum Glück ist ja ein Großteil der Musik auf dem kleinen Laptop. Dieser ist zudem essentiell für unsere weitere Berichterstattung für den Blog. Für das Notwendigste, also den Wind, reicht zum Glück noch immer das Handy von Marco. Das klassische Handy von Paula ist in diesem Fall keine große technische Bereicherung. Doch auch der Laptop gerät nun an seine Grenzen und gibt nur bedingt und teilweise willkürlich Lebenszeichen. So stelle sich jeder bitte vor, dass automatisch vor jedem Leerzeichen ein kleines ‚ c‘ erscheint. Dieses bedarf dann enormer Löscharbeit und ist nur einer von vielen Fehlern, mit denen uns die Tastatur so überrascht. Entsprechend verzeiht an dieser Stelle Tippfehler und vor allem das Verzögern des Blogs.

Doch zurück zum Wesentlichen: unsere Reise. Hier einige Impressionen von unserem letzten schwedischen Hafen Torekov und unserem ersten dänischen Hafen Helinsgør.

 

Die Überfahrt von der adretten und beschaulichen Ortschaft Torekov in die gut 45.000 Einwohner zählende Stadt Helsingør hielt neben Flaute eine ganz besondere Seefahrtserfahrung für LUCCA und die Besatzung bereit: Schweinswale. =) Gut fünf Seemeilen nach der Ausfahrt von Torekov bis kurz vor die Einfahrt in den Öresund zeigten sich immer wieder die dunklen Rückenflossen der Tiere. Teilweise mussten bis zu vier Tiere gemeinsam unterwegs gewesen sein. Auch Robben schauten gelegentlich aus dem Wasser. Das war wirklich ein fantastischer Anblick. Die angedachte Moralpredigt an vor allem all unsere rauchenden Gleichgesinnten fällt kurz aus: Keep the Ocean clean! Haltet unsere Meere und Wassersportreviere sauber und schmeißt Zigaretten in die leere Bierdose vom Vorabend bitte.

Schweinswale in Sicht auf der Reise in den Öresund.

Nach zwei Nächten in Helsingør quälte sich LUCCA samt Besatzung die kurze 20 sm Strecke in Richtung Süden mit direktem Kurs auf Dänemarks Hauptstadt. Kopenhagen erreichten wir am frühen Abend, mit reichlich nassem Ölzeug und großem Appetit auf warme Nudeln. So liegen wir seit Donnerstagabend inmitten des Zentrums, unweit von der Freistadt  Christiania und der kilometerlangen Gastronomiemeile entlang des Nyhavn Stadtviertels. An Fotos war bisher nicht zu denken, das wäre dem Stadtbild nicht gerecht geworden, denn seit Tagen hat es im Dauerzustand geregnet. Der gestrige Sonntag bildete die zauberhafte Ausnahme, doch die Motivation zum Fotografieren fehlte. Dafür landeten endlich einmal wieder Postkarten in einem der roten Kästen. Zu erwähnen ist, dass Dänemark von allen Ländern unseres Ostseetörns das mit Abstand teuerste Porto zu bieten hat.

Ein Gutes haben der Wind und der lange Aufenthalt in Kopenhagen, denn er hat Freunde und Bekannte in die Stadt geweht. So haben es Michi und Max mit Ihrer Novia nach sportlichen Tagen sicher in die Marina geschafft und Kerstin und Jörg wurden mit Bus und Fähre von Rostock zu LUCCA gebracht. Zwar wurden Stadtbummel und Sightseeing mangels gutem Wetters auf ein Minimum beschränkt, doch LUCCA zeigte sich dafür von ihrer geselligsten Seite. Plausch und Schmaus füllten die Tage, an Auswahl mangelte es an beidem nicht.

Nun stellt sich eine Mischung aus Urlaubsfeeling und Alltag ein und Sachen wie Waschsalon-finden und Milch und Saft kaufen stehen mehr oder weniger einsam auf der To-Do-Liste. Der aktuellen Wettervorhersage nach könnten wir durchaus bis zum kommenden Wochenende hier liegen, wenn wir nicht bald einen Schluck für Rasmus und Neptun in den Kanal geben.

In diesem Sinne wünschen wir

Handbreit.

Paula

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3 Gedanken zu “Abwettern, Aussitzen und Ausschlafen

  1. Ja, einmal geht auch die schönste Reise dem Ende zu.
    Deinen Geburtstag wirst du, Marco, wohl außer mit der anderen Hälfte der Crew mit Neptun und Rasmus und vielleicht ein paar Schweinswalen oder Robben feiern.
    Aber zu Hause geht ja wohl auch noch was, schließlich wird man nur einmal 50.

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